Suite Transkription | Barockcello & Tanz

Julia Kursawe & Yui Kawaguchi

 


Premiere 05 Dez 2018 | 19 Uhr & 06 | 07 Dez 2018 | jeweils 19 Uhr  

DOCK 11  


Wer Bachs Musik kennt, erfreut sich an der Tiefe und Vielfalt seiner Klänge, an den unterschiedlichen Rhythmen und Bewegungen in den Motiven, Harmonien und Satzformen, welche in unterschiedlichen Bewegungsschichten ablaufen und dabei eine unerschöpfliche Einheit bilden. Bach hat man nie zu Ende gehört.

 

In seinen Suiten für Cello solo präsentiert sich jeder Tanzsatz neu in Gestus und Bewegung. Julia Kursawe hat die einzelnen Parameter herausgearbeitet, sie zeigt den roten Faden der Dramaturgie wie auch die Essenz der einzelnen Sätze. Im barocken Europa gab es eine Hochkultur des Tanzes. Sicher kannte Bach jeden Tanzschritt seiner Zeit und hatte vielleicht beim Komponieren die Bewegungen der Tänzer vor Augen.

 

Yui Kawaguchi hat bereits einzigartige tänzerische Erfahrungen mit Bach gemacht (z.B.: Flying Bach von Flying Steps oder Cantatatanz von Nico and the Navigators). An diesem Abend übersetzt sie den Klangraum der 3. Cellosuite in eine facettenreiche Choreographie: sie visualisiert, unterstützt vom Licht (Fabian Bleisch), die Eigenschaften der einzelnen Tanzsätze.

 

Um Bach innerhalb der deutschen Musikkultur zu verstehen, hat Yui Kawaguchi nach einem Pendant in der japanischen Kultur gesucht. Sie versteht Bach wie Zen: eine Lebenshaltung ohne Fokus auf das Ego. Auch Julia Kursawe empfindet bei Bach den kontemplativen Anteil als allgegenwärtig, es ist eine Betrachtung des Lebens: ein barockes Ich, dessen Fokus sich auf die äußere Welt richtet und dabei tiefe Gelassenheit erlangt.So entsteht im Dialog der beiden Künstlerinnen mal konfrontierend, mal verschmelzend, eine Bach-Landschaft, die geleitet ist durch die vielschichtige Ästhetik von Bachs Komposition.

 

Konzept und Barockcello: Julia Kursawe

Choreographie und Tanz: Yui Kawaguchi

Licht und Technische Leitung: Fabian Bleisch

Kostüme: Christin Noel

Musik: Johann Sebastian Bach (1685 Eisenach - 1750 Leipzig)

Suite für Violoncello solo in C-Dur, BWV 1009Prélude - Allemande - Courante - Sarabande - Bourrée 1+2 - Gigue

 

Link zum Trailer: hier

 

Julia Kursawe - Barockcellistin, Musikphysiologin

Julia Kursawe studierte modernes Cello in Dresden und Barockcello/ Alte Musik an der UdK Berlin.Neben ihrer Mitwirkung in mehreren Barockorchestern, wie dem Göttinger Barockorchester, Elbipolis Barockorchester, Concerto Brandenburg oder der Lautten Compagney Berlin gründete sie 2007 das Kammerensemble "baroque-e-motion" und 2016 das Ensemble "Tres Morillas".

 

Die intensive Beschäftigung mit dem Klang und der Klangerzeugung auf barocken Instrumenten, sowie Körper- und Schallbewegungen im Raum gaben den Ausschlag für ihre Arbeit mit Tanz. Sie entwickelte 2015 das Projekt "Suite für Cello und Reifrock", ein Duo für Barockcello und contemporary dance. Des Weiteren arbeitet Julia Kursawe als Musikphysiologin (Weiterbildung Kurt-Singer-Institut Berlin) im Bereich Körperarbeit am Instrument und wissenschaftlich basierten Übetechniken. Neben der musikspezifischen Arbeit beschäftigt sie sich seit Jahren mit der fernöstlichen Bewegungskunst Aikido (3. Dan Aikikai Tokyo).

 

Yui Kawaguchi - Choreografin, Tänzerin

Yui Kawaguchi begann im Alter von 6 Jahren zu tanzen und studierte Tanz und Theater in Tokio. Als Tänzerin war sie auf renommierten Bühnen weltweit zu erleben. Seit 2005 arbeitet Yui Kawaguchi in Berlin, wo sie neben der Zusammenarbeit mit Choreografen oder Regisseuren wie Ismael Ivo, Helena Waldmann, Tomi Paasonen, Michaela Lucenti, Nir de Volff, Nicola Hümpel oder den Flying Steps ihre eigenen Stücke entwickelt.Als Choreografin arbeitet sie in verschiedenen Kollaborationen mit Theatern, bildenden Künstlern, Musikern und Wissenschaftlern. Ihre eigenen Produktionen präsentierte sie bisher bei zahlreichen internationalen Tanzfestivals in Asien, Europa und den USA. Sie gehört zur Originalbesetzung der mit dem Echo-Klassik-Sonderpreis 2010 ausgezeichneten Produktion „Red Bull Flying Bach“, in der sie den zeitgenössischen Part choreographierte.

 

Seit 2008 arbeitet sie mit der japanischen Jazzpianistin Aki Takase im Rahmen ihrer Duo-Reihe „Die Stadt im Klavier“ zusammen. In den letzten Jahren entstanden die multimediale Tanzinstallation "MatchAtria" und die TanzLicht Performance "andropolaroid". Für die letztere erhielt sie den Kölner Tanzpreis.Im Mai 2017 fand die Uraufführung „ToTentanz“, ein Tanzsolo für die schwedische Tänzerin Anna Holmtröm im Festival „Tanz!“ Heilbronn statt.

 

 

Foto: oncelhong  

Eintritt   14 | 10 € 

Tickets   030-35120312 | mailto  

 

DOCK 11 | Kastanienallee 79 | 10435 Berlin 

 

 

Mit freundlicher Unterstützung durch das Theaterhaus Berlin Mitte

 

 

 

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