Archiv

2016

BLOODY, MEDIUM ODER DURCH
1/1

 Foto ©

Cristiano Prim

BLOODY, MEDIUM ODER DURCH

Anestis Azas & Ensemble

Auf Deutsch und Englisch mit Übertiteln

Arbeit in der Küche – Traumjob, Durchgangsstation oder Sackgasse? Oft ist der Job in einem Restaurant die erste Station für Neu-BerlinerInnen. Wer kein Deutsch spricht, wäscht in einer Kiezküche Teller; wer die Sprache beherrscht, darf in den Service. Die Küche ist der Ort der Dramen, eine Mikrogesellschaft im Ausnahmezustand. Janusköpfig, mit glänzendem Entree und einer Sicherheitstür als Notausgang, ist sie der Vorhof Berlins. Nicht wenige haben angesichts der Berliner Küchenjobs wieder die Koffer gepackt – wenn sie denn konnten. „Wenn ein Menü 5 € kostet, kannst du davon ausgehen, dass die Leute in der Küche 3,50 € die Stunde bekommen“, verrät ein ehemaliger Koch. Wer in einer Berliner Küche Teller wäscht, hat trotz Mindestlohn kaum das Nötigste zum Leben. Aber es ist ja nur der Anfang, es soll ja weitergehen! Die Küche als Sprungbrett in ein neues Leben! Oder bleibt sie die einzige Möglichkeit? Wer kann sich in der Hierarchie hocharbeiten? Ein eigenes Restaurant gründen? Im engen Raum der Restaurantküche findet der griechisch-deutsche Regisseur Anestis Azas das Konzentrat aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen. Nach der Produktion Telemachos – Shoud I stay or Should I go?, in Co-Regie mit Prodromos Tsinikoris, nimmt er sich nun der Berliner Vorzeigeindustrie an, dem Arbeitsort von Neu-BerlinerInnen. Spitzengastronomen und Kiezwirte, Selfmade-Frauen und Tellerwäscher, Großküchenbetreiber und Runner – ihre Erfahrungen bilden die Zutaten. Bloody, Medium oder Durch ist eine fiktiv-dokumentarische Inszenierung über eine brisante Rezeptur von Arbeitsbedingungen, Grenzziehungen und europäischer Krise.

 

Regie: Anestis Azas

Recherche und Text: Anestis Azas, Alina Spachidis und Ensemble

Bühne & Kostüm: Michaela Muchina

Musik: Michail Fotopoulos

Dramaturgie: Alina Spachidis

Video: Mehmet Can Koçak

Mit: Nizar Basal, Michail Fotopoulos, Kaoru Iriyama, Nicole Sartirani

8. November 2016

PREMIERE

Ballhaus Naunynstraße

Naunynstraße 27 | 10997 Berlin

Mit freundlicher Unterstützung von

THBM_Logo_black.png