Peter van Heesen

Laia RiCa KAFFEE MIT ZUCKER?

Aus Kaffeebohnen und Zuckerwatte, aus biografischem Material und zeitgeschichtlichen Quellen, aus olfaktorischen Eindrücken, Video-Fragmenten und Live-Musik entsteht eine bildstarke, inhaltlich dichte und sinnliche Inszenierung zu den Effekten von Kolonialismus. Das Spiel mit Kaffee und Zucker in unterschiedlichen Aggregatzuständen bestimmt das Bühnengeschehen. Von diesen Materialien ausgehend, werden deutsche Einwanderungsgeschichte in Mittelamerika und bis heute fortlebende koloniale Strukturen verhandelt, aber auch der ungebrochene Konsum zweier Produkte, die aus unserem Lebensgefühl und unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind.

Die Performerin Laia RiCa ist in El Salvador und Deutschland aufgewachsen. In der deutschen Schule in San Salvador hat sie selbst erlebt, wie nachhaltig der koloniale Habitus bis in die Gegenwart hineinreicht. Diese Erfahrung bringt sie in das Stück ebenso ein wie ihre Expertise im Dazwischensein: im Ringen mit zwei Welten, mit dem konstanten Verdacht, die eigenen „Wurzeln“ zu verraten. Inszeniert werden offene Fragen: Was haben historisch entstandene Minderwertigkeits- und Überlegenheitsgefühle mit uns selbst zu tun? Und was fangen wir mit dem Wissen um Ungerechtigkeit an? 

Mit Originalstimmen deutscher Kaffeebarone und Industrieller in Guatemala aus dem Dokumentarfilm „Die Zivilisationsbringer” (Uli Stelzner/Thomas Walther, 1997).

Hintergrund-Artikel von Laia RiCa auf dem Schaubude-Blog hier

Trailer: hier


Laia RiCa ist eine in Berlin lebende salvadorianische Künstlerin, die sich in ihrer künstlerischen Arbeit zwischen dokumentarischem Objekttheater, Performance und Visual Theatre bewegt und einen starken Bezug zur bildenden Kunst hat. Sie sucht einen utopischen Raum, um eigene und strukturelle

Widersprüche zusammenzudenken. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich vor allem mit feministischen, postkolonialen und queeren Perspektiven.


Künstlerische Leitung | Text | Spiel: Laia Ribera Cañénguez

Dramaturgie | Außenblick: Antonio Cerezo

Musik | Live Performance: Yahima Piedra Córdova

Live-Video: Daniela del Pomar

Künstlerische Mitarbeit: Leicy Valenzuela

Bühnenbild: Marian Nketiah

Lichtdesign: Vanessa Farfán

Dramaturgische Beratung: Ruschka Steininger

Produktionsassistenz: Rodrigo Zorzanelli Cavalcanti


Unter Verwendung von Filmmaterial aus “Die Zivilisationsbringer” von Uli Stelzner und Thomas Walther und Gedichtfragmenten von Rosa Chávez 


Eine Produktion von Laia RiCa in Koproduktion mit der GFP/das wunder. Internationale Figurentheaterfestival.

Gefördert durch die Einzelprojektförderung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Die Recherche wurde unterstützt durch das Residenzprogramm Schloss Bröllin, Fidena Residenz-Programm und #TakeCareResidenz/Fonds Darstellende Künste e.V.

Termine

  • Donnerstag, 24. Juni 2021 – 20:00 Uhr

Location

Schaubude Berlin

Eingeschränkte Erreichbarkeit des Standorts Mitte | April – August 2026

Aufgrund von Bauarbeiten ist unser Standort Mitte von April bis voraussichtlich August 2026 eingeschränkt erreichbar.

Der Zugang über die Neue Jakobstraße ist gesperrt.
Der Durchgang zwischen Wallstraße 32 und Neue Jakobstraße 9 ist in der Zeit nicht möglich.
Wir möchten darauf hinweisen, dass es zu Lärmbelästigungen kommen kann.

Ihr erreicht uns über die Wallstraße 32, 10179 Berlin.

Vielen Dank für euer Verständnis!