Die Welt befindet sich im Umbruch. Im Namen von Recht und Ordnung säen gewählte, aber auch selbsternannte Führer Chaos und Verzweiflung. Die Rechtsstaatlichkeit wird ausgehöhlt, und demokratische Institutionen werden untergraben. Angst und zügellose Gewalt herrschen in diesem Spannungsfeld zwischen Macht und Ohnmacht. Ideologen und Demagogen sind auf der Jagd. Nationen schließen ihre Grenzen, Menschen verschließen ihren Geist. Wir sind alle Menschen. Das betrifft uns alle. Irgendwo auf der Welt ist jeder von uns ein Fremder, ein Mensch mit einem anderen Glauben, ein Angehöriger einer Minderheit. Es kann jedem von uns passieren. Jederzeit. Überall. Die dunkelsten Stunden der Menschheit scheinen zurückzukehren. Oder waren sie jemals weg? Warum?
Mit seinem ersten abendfüllenden Theaterstück „Monster Made“ gibt der preisgekrönte Schauspieler, Autor und Regisseur Alex van Ric sein Festivaldebüt beim diesjährigen Edinburgh Fringe – und das zu einer Zeit, in der weltweit Rassismus und Ressentiments zunehmen. Dieses Stück trifft einen wunden Punkt und hinterlässt einen beunruhigenden Eindruck, denn es wirft die unbequeme Frage auf: Warum! Warum werden Monster geschaffen?
„Monster Made“ ist die Geschichte zweier Menschen: Amanda Crowley und Thomas Duncan. Eine Anwältin, ein Massenmörder, der ein abscheuliches rassistisches Massaker begangen hat. Der Fall ist aussichtslos. Sie will ihn trotzdem übernehmen. Nicht, um zu gewinnen, sondern um zu verstehen, wie Monster entstehen.
Alex van Ric, selbst deutscher Herkunft, rang viele Jahre lang mit der Frage, die ihm die Geschichte stellt: Warum konnte oder kann so etwas geschehen, dass Menschen anderen Menschen unaussprechliche Dinge antun? Es gibt keine allgemeingültige Antwort auf diese Frage, doch sein Theaterstück „Monster Made“ möchte die Menschen dazu anregen, ihre eigene Antwort zu finden; es soll sie dazu bringen, darüber nachzudenken, wer sie sind und – was noch wichtiger ist – wer sie sein wollen; und in dieser Hinsicht ist dieses Stück nicht als allgemeingültige Antwort von Alex van Ric gedacht, es ist kein Heilmittel für ein Problem, sondern vielmehr das Skalpell, um das, was darunter liegt, freizulegen. Es ist die Waffe des Denkens, der Worte und des Dialogs miteinander, um zu einem Verständnis dafür zu gelangen, was uns zu dem macht, was wir sind – und warum!
Von & Mit Strickland Scenic Adventure | Alex van Ric | Astrid Gutscher