Zwei Körper betreten einen Raum, der von Begierde erfüllt ist. Sie umkreisen einander, berühren sich, umarmen sich und wehren sich. Was sich entfaltet, ist nicht bloß ein Duett, sondern ein Ringen um Intimität, in dem Anziehung und Aggression untrennbar miteinander verbunden bleiben.
In „Weapons of Tender Friction“ erforscht der Choreograf Carlos Díaz die erotische Begegnung als Ort der Macht. Ausgehend von zeitgenössischen Tanzformen und Paartanzformen treten die Darsteller in einen körperlichen Dialog aus Einladung, Kontrolle und Hingabe. Gesten wechseln rasch: Unterstützung wird zu Druck, Nähe verwandelt sich in Konfrontation, Lust grenzt an Gewalt. Die Choreografie legt offen, wie Begehren durch Rollen strukturiert wird – wer führt, wer nachgibt, wer nimmt, wer zulässt. Diese Dynamiken sind nicht festgeschrieben, sondern werden ständig neu verhandelt und offenbaren die Instabilität hinter vertrauten Bildern von Männlichkeit und Kontrolle. In einer minimalistischen Bühnenumgebung werden Körper, Kostüme und Objekte zu Erweiterungen dieser Spannung. Während sich die Darsteller von der Entblößung zum Schutz bewegen, zeichnet das Stück nach, wie Intimität zum Schlachtfeld werden kann – wo Zärtlichkeit Kraft trägt und Gewalt unter dem Deckmantel des Begehrens erscheint.
Choreografie & Regie Carlos Díaz
Darsteller Francisco Chavez | Carlos Díaz | Juan Cruz Luque (understudy)
Dramaturgie Frederic De Carlo
Produktionsassistenz Frank Burkhard