#3

NEBEL BRUTAL

NEBEL BRUTAL - HILFE! / DIE ZEIT IST HINTER MIR HER!

Ein zusammenhängendes Puzzlestück in 2 Teilen an 2 Abenden präsentiert die Theaterperformance Gruppe NEBEL BRUTAL. Sie nehmen das Stundenhotel #3 zum Anlass ihre letzte Produktion „Hilfe die Zeit ist hinter mir her!“ nochmals auseinander zu nehmen und Neu zusammen zu setzen.

In der neusten Arbeit des Regisseurs, Autors und Performers Björn Zahn nimmt er sich selbst als künstlerische Person zum Ausgangspunkt. Nach sechs Monaten des Wartens, des Zweifelns und der Vertröstungen, ist ihm der Glaube abhanden gekommen. Der Glaube an sich und die Produktionsprozesse, die es braucht, um Projekte voran zu treiben. Er befindet sich in der Krise – im sogenannten Kreativloch.

Kunst und Theater als kathartische Räume verstehend nutzt Björn Zahn seine eigenen Scheiterungsprozesse als Befreiungsschlag. Ausgehend von den persönlichen Niederschlägen macht er sich gemeinsam mit seinem Ensemble auf die Suche nach den Wurzeln des Stolperns und geht der Frage nach, ob es einzig und allein der verlorene Glauben ist, der eine künstlerische Krise verursacht, oder ob es nicht viel mehr die Zerrissenheit zwischen Marktoptimierung und Selbstverwirklichung ist, die einem im Wege steht.

Vom Autobiographischen stößt sich die Inszenierung ins Surreale ab: Post-It Dschungel, Superfood Orgien, Relax and Breathe Meditation, Optimierungs-Messe und Burn-Out Chor – grell und grotesk wird das Scheitern in HILFE – DIE ZEIT IST HINTER MIR HER! in unterhaltsames Schaffen verwandelt.

 

Mit Marc C .Behrens, Lena Milde, Till-Jan Meinen, Celina Basra Text & Regie & Bühne & Kostüm Björn Zahn

Licht & Technik Marco Uhlmann

JACK BUGINITHI (weristjack) - URBAN NOMAD ONLINE SYMPHONIE

Zufriedenheitsstudie. Utopievermessung. Web-basierte Lang-Zeit-Stück-Entwicklung.

 

„Der zweite Platz ist der erste Verlierer“ Gefällt mir! Wir suchen. Wir posten. Wir kommentieren. Wer bietet mehr? Unser Beziehungsalltag wird immer komplexer, also lieber schnell weg in die neue Statement-Welt der folgenlosen Distanzlosigkeit. Die Illusion potentieller Verfügbarkeit als Eskapismus des 21. Jahrhunderts. F2F ist nicht mehr wichtig, ein fröhliches Lol, ein Smiley und schon ist man BFF. Hat da wer gerufen? Braucht mich hier noch jemand? Die Projektionsfläche auf dem anderen Kontinent rückt näher, der Mensch im Nebenraum wird unerreichbar. Und übrigens: Alle 11 Minuten passiert es. Ach ja? Was genau eigentlich? „Zahme Vögel singen von Freiheit, wilde Vögel fliegen.“ Like it?

 

In ihrer Stückentwicklung montiert JACK BUGINITHI (weristjack) Textmaterial aus Internetforen und „sozialen“ Netzwerken mit eigenen Texten. Die internationale Formation war 2015/16 Artist in Residence im Schillerpalais Neukölln, die Produktion ist Ergebnis mehrerer Staddteil-Interventionen in Neukölln. 

 

Mit Bettine Beer, Lisa Diringer, Sven Carl Gusowski, Ikko Masuda Text & Regie Christian David Fischer Dramaturgie Eckart Seilacher Ausstattung Christian David Fischer, Kumi Umamoto Produktionsassistenz Charlotte Birkner-Behlen In Kooperation mit Schillerpalais Neukölln, Theaterhaus Berlin Gefördert vom Kulturamt Neukölln

Ensemble Enslein - möglichkeiten
„Nein, nein. Hören Sie. Ich gehe zur Wohnungstür, drehe den Schlüssel rechtsrum, blicke zurück in den Flur und da entdecke ich doch in der Mitte des Teppichs einen Krümelhaufen. Einen riesigen Krümelhaufen. Ich gehe also zurück in die Küche, hole den Staubsauger. Das Kabel in die Dose. Den Sauger in die Hand. Und was soll ich sagen, ja, das ging zuerst ganz gut weg. Also saug ich so beschwingt vor mich hin. Aber wissen Sie, über die vergangenen Jahre haben sich dann doch einige Krümel zu tief im Gewebe festgesetzt. Ich also verliere im Zuge dieser Erkenntnis meine Gelassenheit und falle jetzt wie eine Irre über den Haufen her. Zunehmend verfange ich mich im Kabel des Staubsaugers. Der Krümelhaufen oder ich. Auf dem Boden wälzend kämpfe ich gegen all die Versäumnisse der letzten mindestens zehn Jahre. Auch mit den Fingernägeln kratzend. Aber da bleibt ein Rest. Ein gottverdammter Rest. Verstehen Sie, ich war kurz davor diese scheiß Wohnung zu verlassen. Für immer. Aber stattdessen stehe ich nun hier, hoffnungslos verheddert in das Stromkabel dieses Staubsaugers.“


Ensemble Enslein arbeiten an einem Widerständischen Theater, das die alltäglichen Suchbewegungen und Selbstvermittlungsversuche in aller Widersprüchlichkeit veranschaulichen will.

Mit Martin Geisler, Jorinde Markert, Philipp Woithe Text & Regie Michael Enslein Bühne Núria Carrillo, Karl Hass Dramaturgie Oliver Lein Licht Tim Scherret

R A H M E N P R O G R A M M

 

Diskussion Wie war ich?!

Das Gespräch danach. Ein Ausklang des ersten Festivaltages mit den Theatermachern, dem Publikum und Artverwandten. Kurz vor Mitternacht lässt das STUNDENHOTEL in einem speziellen Setting den Abend und die Stücke nochmals Revue passieren.


Diskussion Scham und Sein

Eine Stunde vor Beginn des zweiten Festivaltages laden Björn Zahn (NEBEL BRUTAL) und Celina Basra (Kuratorin) verschiedene Künstler*innen und Betreibern*innen des Theaterhauses ein, um über Heimlichkeit, Nischendasein und Perspektiven zu sprechen.

Party Discoprinz & Pawlow!

Playing some yummie, yummie Disco tunes. Italo – Afro – Kraut – Bum Bum. 100% Glutenfrei.

Konzert AEMONG

Beinflusst von Hardcore Punk, Noise Rock, Synth Pop, Industrial and No Wave vereinen Henrique Uba (Brasilien) und Yu-Ching Huang (Taiwan) ihre Kräfte seit 2015 in der Formation AEMONG. In einer wilden Mischung aus Geräuschen und elektronischen Elementen kreieren sie dabei eine besondere Art von POP.

Mit freundlicher Unterstützung durch Plakatkultur | plakat-kultur.de