Nataliya Nikolska
Performance/Tanz

Islam Elarabi, Mohamed Toto, Sherin Hegazy, Tümay Kılınçel KNIFE HEARTS

Eine Tanzperformance, scharf wie ein Messer und stark wie ein Herzschlag.


Knife Hearts ist eine internationale Koproduktion zwischen Ägypten und Deutschland, die
vier Tänzer*innen vereint – drei ägyptische und eine deutsch-türkische. Sie stellen sie westliche Definitionen von Tanz und Performance ebenso infrage wie die Erwartungen, die an sie herange- tragen werden. Ausgehend von Raqs Sharqi (der langen Tradition des Bauchtanzes) und Mahr- aganat (ägyptischer Straßentanz), sowie im Zusammenspiel mit urbanen Tanzpraktiken aus Ägypten und der Region, erweitern und transformieren die Performerinnen das Vokabular des
zeitgenössischen Tanzes.


Die Performance setzt sich mit Mahraganat auseinander – einem aufstrebenden Musik- und
Tanzgenre, dessen Name wörtlich „Feste“ sowie “Festivals” bedeutet. Häufig als ägyptische Adap-
tion von Hip-Hop, Shaabi, Rap und elektronischer Tanzmusik beschrieben, verbindet Mahraganat
diese Einflüsse zu einem intensiv kollektiven und festlichen Ausdruck, der marginalisierte Körper
sichtbar macht. Entstanden in den urbanen Randgebieten Kairos, artikuliert Mahraganat die Per-
spektiven von Communities, die oft ausgegrenzt, stigmatisiert oder als gefährlich markiert werden.
Trotz gesellschaftlicher Ablehnung und wiederholter staatlicher Repression hat sich Mahraganat
in den letzten zwei Jahrzehnten regional wie international stark verbreitet.


Indem Mahraganat dramaturgisch eingesetzt wird, um soziale Narrative zu verschieben und zu
hinterfragen – sowohl in Ägypten als auch in Deutschland – , entsteht eine Performance, die
grundlegende Fragen stellt: Wer darf auftreten – und warum? Was geschieht, wenn Tanz aus sei-
nem ursprünglichen Kontext herausgelöst wird? Welche Rolle spielt das Publikum in der Wahr-
nehmung und Deutung eines tanzenden Körpers?


In einem Klima wachsender Diskriminierung und rassistischer Gewalt gegen als arabisch, türkisch
oder muslimisch gelesene Körper sowie von Klassismus Betroffene kann Mahraganat durchaus
eine andere Form des Sehens bieten. Im Bewegungs-repertoire des Mahraganat finden sich
wiederkehrende Motive, die Kämpfe, Messer und Feuer zi-tieren. Diese ritualisierte Choreografie
steht für Virtuosität und Kontrolle, aber auch für die Fähig-keit des Tanzes, Konflikte zu
transformieren und zu vermitteln. Es wird getanzt, um nicht zu kämpfen – um Gesten der
Aggression in Momente der Verbindung zu überführen und Gewalt in das Potenzial von
Gemeinschaft und Feier zu verwandeln.


Die Messer sind präsent – doch hier durchschneiden sie Grenzen und Zuschreibungen und eröff-
nen Räume für Begegnung, Verbindung und kollektive Erfahrung.

Regie I Choreografie I Performance Islam Elarabi, Sherin Hegazy, Tümay Kılınçel, Mohamed Toto 
Dramaturgie Ismail Fayed 
Lichtdesign Catalina Fernández 
Bühnenbild Cheng-Ting Chen 
Musikalische Leitung & Ko-Komposition Dmitrii Makhonin 
Musikproduktion Ali Elharam 
Grafik & Key Visual Nedal Dewary 
Video- & Fotodokumentation Nataliya Nikolska 
Audiodeskription Emmilou Roessling
Ko-Autorin Audiodeskription Silja Korn
Künstlerische Produktionsleitung Urszula Heuwinkel
Assistenz der künstlerischen Produktionsleitung Onur Agbaba
Produktion Islam Elarabi, Tümay Kılınçel
Koproduktion FFT Düsseldorf, Künstler*innenhaus Mousonturm
Gefördert von Goethe-Institut – Internationaler Koproduktionsfonds (IKF), Hauptstadtkulturfonds,
Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf, Kunststiftung NRW, Stadt Frankfurt am Main, NRW
Landesbüro Freie Darstellende Künste e.V.
Mit freundlicher Unterstützung des theaterhaus berlin

Termine

  • Donnerstag, 11. Juni 2026 – 19:00 Uhr
  • Freitag, 12. Juni 2026 – 19:00 Uhr
  • Samstag, 13. Juni 2026 – 19:00 Uhr
  • Sonntag, 14. Juni 2026 – 19:00 Uhr

mehr Informationen

Location

Uferstudios

Uferstraße 23 | 13357 Berlin

Uferstudios

Eingeschränkte Erreichbarkeit des Standorts Mitte | April – August 2026

Aufgrund von Bauarbeiten ist unser Standort Mitte von April bis voraussichtlich August 2026 eingeschränkt erreichbar.

Der Zugang über die Neue Jakobstraße ist gesperrt.
Der Durchgang zwischen Wallstraße 32 und Neue Jakobstraße 9 ist in der Zeit nicht möglich.
Wir möchten darauf hinweisen, dass es zu Lärmbelästigungen kommen kann.

Ihr erreicht uns über die Wallstraße 32, 10179 Berlin.

Vielen Dank für euer Verständnis!